
Assistierter Suizid
Am Freitag, 4. September, fand in Krefeld ein Netzwerktreffen Diakonie zum Thema Assistierter Suizid statt.
Über 30 Menschen aus verschiedenen diakonischen Handlungsfeldern wie Altenhilfe, Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Straffälligenhilfe und Haupt- und Ehrenamtliche in Arbeitsbereichen wie Telefon-, Notfall- und Klinikseelsorge haben sich intensiv mit dem Thema Assistierter Suizid befasst.
Wir haben mit dem Thema „Suizid/assistierter Suizid“ ein wichtiges Thema gefunden, dass Haupt- und Ehrenamtliche aus verschiedenen Arbeitsfeldern betrifft und beschäftigt, bei dem es Orientierungs- und Handlungsbedarf gibt, auf unterschiedlichen Ebenen.
Mit der Einladung von Frau Annegret Puttkamer ist es gelungen, eine Vorsteherin, Vordenkerin und Vorschreiberin zu gewinnen, die in „ihrem“ Komplexträger, dem Neukirchener Erziehungsverein durch verschiedene Kamingespräche zu einer einheitlichen Haltung zum Thema assistierter Suizid zu kommen. Diese Haltung ist sowohl überregional als auch hilfefeldübergreifend entstanden und konnte so für unser gestriges Netzwerktreffen fruchtbar gemacht werden.
Die Frage nach einer Unterstützung bei der „ars moriendi“, der Kunst des Sterbens, stand im Mittelpunkt, der Dreischritt aus „beraten, organisieren, durchführen“ – im Kontext eines Wunsches nach einem dauerhaften und selbstbestimmten Willen zur Beendigung des Lebens. Die Unterscheidung zwischen „hartem und weichem Suizid“, dem alleine gewaltsam vollzogenen und dem assistierten Suizid war dabei eine der gestrigen Erkenntnisse. Wichtig auch, dass soziologisch der assistierte Suizid vorwiegend von älteren Frauen in prekären Lebenslagen gewünscht und vollzogen wird, auch dass die Suizidzahlen aktuell ansteigen. Gleichzeitig gibt es immer noch eine Unkenntnis über die Möglichkeiten einer modernen, schmerzlindernden oder sogar schmerzbefreienden palliativen Versorgung, über die medikamentösen Behandlungen von manifesten Depressionen, mit denen Suizidalität und Suizid häufig verknüpft ist.
Ein Schwerpunkt, auch theologisch, lag gestern auf den Aspekten, dass eine Begleitung im evangelisch-diakonischen Sinn darauf abzielen sollte, Menschen nicht allein zu lassen, sie auf den Grund zum Leben und den Grund im Leben zu verweisen, und zu betonen, dass es aus christlicher Sicht nicht um eine Erlösung vom Leben, sondern eine Erlösung zum Leben geht. Diese theologischen Grundlagen können, so eine weitere Einsicht des gestrigen Tages, in den verschiedenen Lebenssituationen ausgelegt werden, die uns in Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Altenhilfe, in Kliniken, Strafvollzug und Psychiatrie begegnen.
Interessant war die Anregung aus dem Neukirchener Erziehungsverein, dem steigenden Beratungs- und Begleitungsbedarf durch gezielte und qualifizierte (sozial-)pädagogische und diakonische Ressourcen zu entsprechen – der NEV hat für die Altenhilfe die Stelle einer Diakonin geschaffen.
Konzeption, Moderation und Dokumentation lag in den Händen von Citypfarrer Falk Schöller